Mehr „schlechtes“ Cholesterin durch die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre

Portrait Anke Sinnigen

Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren führen zu einem Anstieg des „schlechten“ Cholesterin-Spiegels. Dies zeigt eine Studie, die im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht wurde. Laut den Forschern der Universität Jyväskyl in Finnland erhöht sich dadurch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen in den Wechseljahren. Die Forscher konnten erstmalig nachweisen, dass die hormonellen Veränderungen und nicht der allgemeine Alterungsprozess dafür verantwortlich sind.

Konkret untersuchten die Wissenschaftler, ob die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren das Metabolitenprofil in Blutproben vor und nach der Menopause beeinflusst (Metaboliten sind Zwischenprodukte in einem Stoffwechselvorgang). Sie konnten zeigten, dass die Wechseljahre mit einer signifikanten Veränderung von 85 aller gemessenen Metaboliten einhergingen, einschließlich höherem Low-Density-Lipoprotein (LDL)-Cholesterin (das ist das „schlechte“ Cholesterin), Triglyceriden und Fettsäuren.

Bislang wusste man nur aus früheren Studien, dass die Wechseljahre mit Metabolitenspiegeln verbunden sind, die Herzerkrankungen fördern. Da aber in diesen Studien Hormonmessungen ausblieben, konnte man die Auswirkungen der Wechseljahre nicht vom Alterungsprozess unterscheiden. Jetzt konnten dagegen die hormonellen Veränderungen direkt mit der Verschiebung der Metaboliten wie dem Anstieg des LDL-Cholesterins in Verbindung gebracht werden.  

Der Vergleich zwischen Frauen, die eine Hormonersatztherapie (HRT) einnahmen und denen die keine HRT erhielten, konnte zeigen, dass die Frauen mit HRT höhere Werte an High-Density-Lipoprotein (HDL = „gutes“) Cholesterin und niedrigere Werte an LDL-(„schlechtes“) Cholesterin hatten.

„Die Menopause ist unvermeidlich, aber es ist möglich, dass die negative Metabolitenverschiebung durch eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität verringert werden kann“, sagt die Studienautorin Dr. Eija K. Laakkonen. Frauen sollten daher vor allem auf die Qualität der Fette in ihrer Ernährung achten und sich ausreichend bewegen. Damit könnten sie die Fähigkeit des Körpers, die Muskeln und das Herz bei anhaltender körperlicher Aktivität mit Sauerstoff zu versorgen, erhalten. „Eine Hormonersatztherapie ist ebenfalls eine Option, die Frauen in dieser Phase ihres Lebens mit ihrem Arzt besprechen sollten.“

Unter einer Hormonersatztherapie verbesserten sich die Cholesterin-Werte

An der Studie nahmen insgesamt 218 Frauen teil. Zu Beginn wendete keine Frau eine HRT an, während der Studie begannen 35 Frauen eine HRT. Die Probandengruppe ist allerdings nicht groß genug, um eine allgemeine Empfehlung für eine HRT auszusprechen, auch die Art der HRT wurde nicht kontrolliert. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass ein früher Start einer HRT in den Wechseljahren – während des Übergangs in die Menopause – den größten kardioprotektiven Effekt bietet.

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